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Cinema-Paradiso

Schulaktion "Anne Frank" + Zeitzeuginnen

Mehr als 1.200 Schüler und 35 Lehrkräfte in vier Tagen in Cinema Paradiso St. Pölten und Cinema Paradiso Baden. Die Schulaktion von Cinema Paradiso mit dem Film „Das Tagebuch der Anne Frank“ und danach Gespräch mit einer Zeitzeuginnen und Überlebenden direkt im Kinosaal war ein voller Erfolg.

 

An jedem Tag der Schulaktion (25./26./28./29.4.16) hat Cinema Paradiso in St. Pölten und Baden eine Zeitzeugin ins Kino eingeladen. Die Schüler sahen zuerst den Film „Das Tagebuch der Anne Frank“ und konnten unmittelbar danach im Kinosaal mit Überlebenden der Naziverfolgung über die damalige Zeit und den Film diskutieren. Die Zeitzeuginnen haben sehr berührend von ihrem Schicksal erzählt und die vielen Fragen der Schüler beantwortet.

Alexander Syllaba (GF Cinema Paradiso): Eine wichtige Aktion, die wir unter das Motto gestellt haben "Niemals vergessen und Nie wieder Faschismus - Eine Mahnung". Den Zeitpunkt der Erinnerungsveranstaltung haben wir durchaus bewusst gewählt, zwischen den beiden Präsidentschaftswahlen in Österreich."

Die anwesenden Zeitzeuginnen waren:

Frau Helga Feldner-Busztin, geb. 1929, (Foto Baden am 29.4.) war im KZ Theresienstadt (Tschechoslowakei) interniert, entkam nur mit Glück dem Abtransport nach Auschwitz.

Frau Lucia Heilman, geb. 1929, (Fotos St. Pölten am 29.4.) war wie Anne Frank versteckt. Gemeinsam mit ihrer Mutter verbrachte sie 4 Jahre in der Werkstatt eines Freundes und war eine der wenigen, die der Ermordung durch das NS-Regime entkommen konnte.

Frau Erika Kosnar, geb. 1932,  lebte mit ihrer Mutter mit gefälschten Papieren als U-Boot in Wien und wurde mit Glück nicht entdeckt.

Frau Getraud Fletzberger, geb. 1932, kam mit einem Kindertransport zu Pflegeeltern nach Schweden, ihrem jüdischen Vater gelang die Flucht vor den Nazis.

 

Aufgrund des eindrucksvollen Films und der besonderen Gelegenheit, mit jemand darüber sprechen zu können, der die Zeit selbst miterlebt hat, entwickelten sich an allen Tagen ein sehr intensives und eindrucksvolles Gespräch zwischen den Schülern und der Zeitzeugin. Die Schüler erhielten einen tiefen Einblick in die Zeit des NS-Regimes und der Verfolgung und Vernichtung der Juden. Auch nach dem offiziellen Ende des ca. 1-stündigen Gesprächs blieben viele Schüler noch im Kino, sprachen mit der Zeitzeugin und sahen sich mitgebrachte Dokumente aus der Zeit an. Zwei Zeitzeuginnen brachten auch den Judenstern mit, den sie damals als jüdische Kinder tragen mussten. Eine bittere Erkenntnis, die während einer Diskussion gewonnen werden konnte: Es hat zwischen 1938 und 1945 nur 88 Menschen in ganz (!) Österreich gegeben, die Juden geholfen haben und sie vor den Nazischergen und der SS versteckt haben und damit vor der Ermordung gerettet haben.